Laufen ohne Trainingsplan – machbar oder Zeitverschwendung?
- Philipp Schmid

- 11. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Für viele Menschen ist der Name Programm - einfach drauf loslaufen. Gerade für Einsteiger*innen wirkt ein strukturierter Trainingsplan oft kompliziert, unflexibel oder sogar einschränkend. Gleichzeitig wird in der Trainingswissenschaft gelehrt und durch die Trainingspraxis bestätigt, dass fehlende Struktur häufig zu Stagnation, Überlastung oder Motivationsverlust führen
kann. Doch bedeutet das automatisch, dass Laufen ohne Trainingsplan sinnlos ist? Oder gibt es Situationen, in denen freies Training durchaus funktioniert? In diesem Beitrag beleuchten wir beide Seiten und erklären, wann ein Trainingsplan sinnvoll ist – und wann nicht.
Warum viele Menschen ohne Trainingsplan laufen
Laufen ist eine der Sportarten, die problemlos jederzeit und überall durchgeführt werden können. Es braucht kaum Ausrüstung und lässt sich schnell in den Tagesablauf integrieren. Genau diese Einfachheit führt dazu, dass viele Läufer*innen ohne konkrete Trainingsstruktur starten. Und genau hier startet für Viele die Fehlerkette:
Das Problem entsteht meist nicht durch das fehlende Training, sondern durch mangelnde Steuerung der Belastung.
Der häufigste Fehler: Zu schnell, zu intensiv, zu unregelmäßig
Wir kennen es alle: Wenig Zeit, viel Stress, aber trotzdem noch schnell eine Runde laufen gehen. Ohne konkreten Trainingsplan orientieren wir uns schnell am eigenen Gefühl oder an äußeren Faktoren wie Zeit oder Trainingseinheiten von Freunden, Bekannten, Social Media etc. Für die Praxis bedeutet das oft, Trainingseinheiten werden schnell zu intensiv durchgeführt, während die Qualität der Einheiten leiden muss.
Physiologisch betrachtet benötigt der Körper Zeit, um sich an Laufbelastungen anzupassen. Besonders unsere passiven Strukturen reagieren deutlich langsamer auf Trainingsreize als unser Herz-Kreislauf-System. Trainieren wir also vorwiegend intensiv oder wird die Intensität zu früh gesteigert, steigt das Risiko für Verletzungen und Überlastungserscheinungen deutlich an.
Außerdem fehlt ohne Trainingsstruktur oft die notwendige Progression, also gezielte Steigerung des Belastungsumfangs. Wenn immer nach Lust und Zeitverfügbarkeit trainiert wird, können Belastung und Erholung nicht gezielt gesteuert werden.
Was macht einen guten Trainingsplan aus?
Ein strukturierter Trainingsplan basiert auf mehreren grundlegenden Prinzipien. Dazu gehören die bereits erwähnte progressive Belastungssteigerung, die gezielte Steuerung von Intensität und Umfang sowie eine individuelle Anpassung an Athlet*innen.
Besonders im Laufsport spielt die richtige Verteilung der Trainingsintensitäten eine zentrale Rolle. Nur durch exakte Planung von Belastung und Entlastung können Trainingsfortschritte maximiert werden. So sorgt ein guter Trainingsplan auch für die gezielte Regeneration. Denn besonders in den Erholungsphasen finden die erwünschten Anpassungsprozesse statt.
Wann ist ein Trainingsplan besonders sinnvoll?

Sobald konkrete Ziele verfolgt werden, gewinnt ein strukturierter Trainingsplan an Bedeutung. Das betrifft beispielsweise die Vorbereitung auf Wettkämpfe wie Halbmarathon oder Marathon, aber auch gezielte Events, bei denen am Tag X die persönlich beste Leistung abrufbar sein sollte.
Wenn du bereits Trainingsparameter wie Herzfrequenzbereiche oder Laktatschwellen durch eine Leistungsdiagnostik bestimmt hast, sollte das zusätzlich in der strukturierten Planung berücksichtigt werden.
Aber auch Laufen nach Lust und Laune kann seine Berechtigung haben – insbesondere dann, wenn Bewegung, Stressabbau oder mentale Erholung im Vordergrund stehen. Auch für erfahrene Läufer*innen kann bewusst ungeplantes Training sinnvoll sein, solange bestimmte Parameter wie Intensität und Regeneration nicht übersehen werden.
Fazit: Laufen ohne Trainingsplan ist möglich – aber abhängig vom Ziel
Wer mit dem Laufen beginnt oder ausschließlich aus Freude an der Bewegung trainiert, kann auch ohne Trainingsplan positive Effekte erzielen. Für langfristige Leistungssteigerung und effiziente Trainingssteuerung ist das Trainieren nach Plan allerdings unabdingbar.
Besonders bei spezifischen Zielen legt ein individueller Trainingsplan die Grundlage für eine optimale Vorbereitung und macht somit dein Training effizienter, sicherer und auf lange Sicht definitiv erfolgreicher.




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